Als ich eines Winters durch meinen kargen Garten ging, erblühte eine einzelne verbliebene Rose am Rosenstrauch. Alle Blätter an den Bäumen waren schon gefallen und die unfreundliche Nässe eines Dezembertages wurde durch eine wunderschöne, pralle und rosafarbenen Blüte durchbrochen. Ihre Blütenblätter waren feucht von der Luft und saftig in perfekten Volumen entfaltet. Sie war atemberaubend. Solch eine Blüte wollte ich nachbilden und ich ahnte nicht, wie lange es dauern wird nur annähernd an diese Schönheit heran zu kommen.

Das Material meiner Wahl war Vorfilz. Vorfilz lässt sich wunderbar vorab färben. Es entstehen Melangen mit Verläufen, die später so nicht mit farbigen Fasern nachbilden lassen. Zudem bietet Vorfilz eine definierte Filzstärke und lässt sich sehr leicht verabeiten.

Doch die viel interessantere Frage war: Wie erzeuge ich diese Plastizität? 

Ich wollte die Blüten unbedingt in einem Guss fertigen, kein Nähen oder nachträgliches Anfilzen. Also mussten sie aus verschiedenen Ebenen gefilzt werden, die zusammen das Volumen erzeugen.

Es dauerte einige Zeit und einige misslungene Exemplare bis ich die optimale Anzahl an Blütenblätter ausgetüfftelt hatte. Danach ließen sie sich hervoragend nass in Form bringen und die Wölbungen der Blätter nachbilden.

Einmal getrocknet behalten die Blüten ihre Form und lassen sich an Kleidungsstücken, Taschen oder an anderen Gegenständen federleicht applizieren.

Zu diesem Projekt gibt es ein Tutorial aus der PDF-Reihe ATELIER-GESCHICHTEN und ein FILZKIT mit Anleitung und Material.